09:00–11:00
Rooseveltplatz, 1090 Wien
U2, Straßenbahn D, 1 - Schottentor (6min), Straßenbahn 43, 44 - Landesgerichtsstraße (3min), Straßenbahn 37, 38, 40, 41, 42 - Schwarzspanierstraße (5min)
Die Straße beim Wort nehmen
Ferdinand, Karl, Maria-Theresia, Rosa oder Fritzi – sie begegnen uns an Straßenecken, auf Plätzen und Hausfassaden. Sie weisen uns den Weg und doch nehmen wir sie kaum wahr. Dabei sind Straßennamen weit mehr als Orientierungshilfen. Sie erzählen von der großen Geschichte und den kleinen Geschichten der Stadt, sie prägen unser kollektives urbanes Gedächtnis: An wen erinnern wir uns und wer bleibt unsichtbar? Die Namen spiegeln gesellschaftliche Werte, Machtverhältnisse und das Selbstbild der Stadt und ihrer Gesellschaft wider.
Was erzählen die blauen Straßenschilder über die Geschichte und Entwicklung der Stadt? Wer erhält Platz im öffentlichen Raum – und wer nicht? Was verraten Debatten um Umbenennungen über den Wandel unserer Gesellschaft? Welche Vorstellungen von Stadt erzeugen unterschiedliche Typologien? Gehen wir entlang von Wegen, Alleen, Gassen oder Promenaden? Wo klaffen Name und Wirklichkeit auseinander?
Entlang der Ringstraße verfolgen wir, wie sich Geschichte(n), Machtverhältnisse, einstige Topographien und Alltagskultur in den Stadtraum eingeschrieben haben – und wie Straßennamen den Selbstentwurf einer Stadt vergegenwärtigen. Gemeinsam erkunden wir die Straße als einen Raum der Erinnerung und Zugehörigkeit und fragen, wie öffentliche Räume gelesen, angeeignet und immer wieder neu erzählt werden können und müssen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Social Design Studio an der Universität für angewandte Kunst Wien.
Achtung: Ende der Tour am Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien. Für Kaffee und Kipferl wird gesorgt.