10:00–15:00
Schleifgasse, 1210 Wien
U6, Straßenbahn 5, 30, 31 (und Schienenersatzverkehr ab Praterstern) Bahnhof Floridsdorf (2 min)
Spielstraße? Spiel die Straße!
Öffentlicher Raum sollte allen gehören – tatsächlich ist er aber ungleich verteilt. Besonders Kinder und ältere Menschen finden darin wenig Platz, um sich frei zu bewegen, zu verweilen oder zu spielen. Wo der Autoverkehr dominiert, fehlt Raum für Spiel, Begegnung und gemeinsames Entdecken. Diese Logik wird bei Spiel die Straße! für ein paar Stunden auf den Kopf gestellt: Drei Projekte des Social Design Studios an der Universität für angewandte Kunst Wien laden dazu ein, den Stadtraum in eine Spielwiese zu verwandeln.
Das Spielmobil schafft einen mobilen Rückzugsort mit Schatten, Sitzgelegenheiten und Spielen – entwickelt wurde es von Joanna Weise, Akina Hocke und Lucie Urban gemeinsam mit einem Wiener Pensionist:innenklub. Denn Kommerzialisierung, mangelnde Barrierefreiheit und die Hitzebelastung durch die Klimakrise verdrängen ältere Menschen vermehrt aus dem öffentlichen Raum und führen zu Isolation und mangelnder Sichtbarkeit. Das Spielmobil ist eine fahrbare Station, die den öffentlichen Raum niederschwellig nutzbar macht und zum Verweilen und Spielen einlädt.
Die Wilde Werkstatt ist ein Projekt von Viktoria Aksenova, Akina Hocke und Karlotta Leonie Paul in Kooperation mit dem ZOOM Kindermuseum Wien. Sie begann als temporäres Atelier für kreatives Schaffen mit Kindern im Social Design Gassenlokal in der Schleifgasse 11 und orientierte sich an den Bedürfnissen und Ideen der jungen Mitwirkenden und ihrer Familien. Sämtliche Erfahrungen aus der Werkstattzeit wurden im Zine Curating the Chaos spielerisch aufbereitet und geben so Impulse zur ko-kreativen Arbeit mit Kindern in Social-Design-Projekten.
PlayPortals ist ein Projekt von Ana Dos Santos, Ilia Gromov, Anouk Lucas und Kerim El-Mokdad, das Situationen im öffentlichen Raum schafft, die Kindern helfen, sich Raum in der Stadt anzueignen. Ausgangspunkt für das Projekt war die Franklinstraße in Floridsdorf, die erst 2017 neu gestaltet – überformt und durchgeplant – wurde, und in der Praxis kaum Raum für kindliche Fantasie und Aneignung lässt. Jede Fläche ist vorbestimmt, jede Funktion festgelegt: Zum Entdecken, Verändern oder freien Spiel bleibt kein Platz. Dieses Over-Design wird von den Kindern kaum angenommen. Die Einladung der PlayPortals zum Spielen und zum Hinterlassen subtiler Spuren öffnet Lücken im starren Design und schafft Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit, wo die Gestaltung sie eigentlich einschränkt.
Das Spielmobil bietet Brettspiele, Sitzgelegenheiten und Schatten. Die Wilde Werkstatt lädt als ›mobiles Atelier‹ mit verschiedensten Materialien zum Kreativ werden, Basteln und Entwickeln neuer Ideen ein. PlayPortals bringt Menschen miteinander in Kontakt und macht Stadtaneignung spielerisch erfahrbar. Im Mittelpunkt steht der Austausch über Stadt und über Spiele – von alten Straßenspielen bis zu neuen Spielideen, die gemeinsam vor Ort entstehen. Zusammen zeigen die Projekte auf, wie öffentlicher Raum für alle Generationen zugänglicher, spielerischer und lebendiger werden kann. Hinkommen und Mitspielen!