Foto: Mohamed Badarne (CC BY-SA 2.0)
Fr, 8 OKT 2021
19:00–21:00

Festivalzentrale
Nordwestbahnstraße 16, 1200 Wien
U6 Dresdner Straße (7 Gehminuten), Straßenbahn 5, O (5 Gehminuten), Bus 5a Brigittagasse (3 Gehminuten)

Feminizing Politics als radikaldemokratischer Ansatz für inklusive politische Strukturen

Vortrag und Diskussion mit Ana Méndez de Andés, Can Gülcü und Antje Schrupp

Although the Paris Commune, like all 19th century revolutions, was a male-dominated event, women engaged in a variety of ways at the time: They initiated clubs and resistance committees, organized women workers and represented their interests to the Commune government, commented on political events, and fought on the barricades. By refusing traditional structures, many of them were already working on a feminization of politics.

The project Feministisation of Politics is a mutual learning process to create organisations that are more democratic: »We are aware of the challenges of making our work and activism more inclusive in practice. We are looking for tools so that we – as activists, practitioners, educators, citizens, members of different movements and organisations - can implement feminist values at work in our everyday lives. We wanted to create a space to share the obstacles, challenges, contradictions, and limitations we encounter and collectively identify strategies, tools, and proposals to overcome them.« To what extent and how this approach is discussed and pursued by political movements in Vienna, or what significance it has, is also the topic of the evening.

Deutsch:
Feminizing politics ist eines der zentralen Ziele der radikaldemokratischen, munizipalistischen Bewegung. Damit gemeint ist eine Absage an hierarchische, patriarchalische Strukturen und Arbeitsweisen sowie die Förderung von Werten und Praktiken wie Konsens, Kooperation, nicht-akademische Erfahrungen, Kollektivität und Fürsorge. Die Veranstaltung bringt neben der Diskussion des munizipalistischen Ansatzes einen Rückblick auf historische feministische Positionen in der Pariser Commune.

Obwohl die Pariser Commune, wie alle Revolutionen des 19. Jahrhunderts, ein von Männern dominiertes Ereignis war, engagierten sich Frauen damals auf vielfältige Weise: Sie initiierten Klubs und Widerstandskomitees, organisierten Arbeiterinnen und vertraten deren Interessen gegenüber der Kommune­regierung, sie kommentierten die politischen Ereignisse und kämpften auf den Barrikaden. Indem sie sich viele von ihnen traditionellen Strukturen verweigerten, arbeiteten sie bereits damals in an einer feminisation of politics. Das Projekt Feministisation of Politics ist ein gegenseitiger Lernprozess, um Organisationen zu schaffen, die demokratischer sind: »Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, unsere Arbeit und unseren Aktivismus in der Praxis inklusiver zu gestalten. Wir sind auf der Suche nach Werkzeugen, damit wir - als Aktivistinnen, Praktikerinnen, Pädagoginnen, Bürgerinnen, Mitglieder verschiedener Bewegungen und Organisationen - feministische Werte in unserem Alltag umsetzen können. Wir wollten einen Raum schaffen, um uns über die Hindernisse, Herausforderungen, Widersprüche und Einschränkungen auszutauschen, auf die wir stoßen, und gemeinsam Strategien, Werkzeuge und Vorschläge zu ihrer Überwindung zu finden.« Inwieweit und wie dieser Ansatz von politischen Bewegungen in Wien diskutiert und verfolgt wird bzw. welche Bedeutung er hat, ist ebenso Thema des Abends.