Das Ihme-Zentrum – Traum Ruine Zukunft
Film-Matinée und Gespräch mit den Filmemachern und Ihme-Aktivisten Constantin Alexander und Hendrik Millauer, D 2016, 45 min, Deutsch
16.10.2016 11:00 Kunsthalle Wien, Museumsplatz 1 | 1070 Wien | Erreichbarkeit: U2, U3, Straßenbahn 49 Volkstheater; U2 Museumsquartier

Im Anschluss an die Filmpräsentation Gespräch mit den Filmemachern und Ihme-Zentrum-Aktivisten Constantin Alexander und Hendrik Millauer | Eintritt 2.- Euro inkl. Möglichkeit zur anschließenden Besichtigung der Ausstellung Beton http://www.kunsthallewien.at/

Das 285.000 m2 große Ihme-Zentrum, ein monströses brutalistisches Wohn-, Büro- und (ehemaliges) Einkaufszentrum in Hannover, bildet ein Monument des hochverdichteten Städtebaus der 1970er Jahre. Im Geiste der damals omnipräsenten Fortschrittsbegeisterung entstanden, haben Misswirtschaft und Immobilienspekulation dem einstigen Vorzeigeprojekt in den vergangenen Jahrzehnten schwer zugesetzt. Das filmische Porträt von Constantin Alexander und Hendrik Millauer dokumentiert vergangene Utopien und gegenwärtige Visionen der Initiativen aus BewohnerInnen, ArchitektInnen und der lokalen Kreativszene, die mit vielfältigen Ideen für eine nachhaltige Transformation Aufbruchstimmung erzeugen, an deren Ende vielleicht irgendwann das Ihme-Zentrum als »neues Wahrzeichen für Hannover« stehen wird.


Ihme-Zentrum/C. Alexander

Voller Verwunderung über dessen Ausmaße blicken heutzutage viele HannoveranerInnen auf ihren Klotz am Ufer des Flusses Ihme. Besagter Klotz ist das Ihme-Zentrum, ein mit seinen gigantischen 285.000 m2 typisches Kind seiner Zeit. Ende der 1960er Jahre als multifunktionaler Großkomplex mit Möglichkeiten zum Wohnen, Arbeiten und Einkaufen konzipiert, symbolisiert das Ihme-Zentrum auch die Fortschrittsgläubigkeit einer Zeit, in der man dachte, »wenn man’s nur richtig macht, ist alles machbar«, wie Architekt und Zeitzeuge Ekkehard Bollmann in der filmischen Dokumentation konstatiert. Dank des jungen und schon bald ikonischen Baustoffs Beton und des reichlich vorhandenen Geldes wurde mit nahezu utopischem Anspruch nicht gekleckert, sondern geklotzt. Geld das heute nach Jahrzehnten wechselnder Ankermieter und Eigentümer des Komplexes an allen Ecken fehlt.

Der gegenwärtigen Tristesse und der denkbar schlechten Ausgangslage für das Ihme-Zentrum trotzend, hat eine verwegene Gruppe aus AnwohnerInnen, lokalen Kreativen und jungen ArchitektInnen die Initiative ergriffen. Ihr Ziel: Eine neue Identität für das Ihme-Zentrum und die Entwicklung einer zukunftsfähigen Vision für den brutalistischen Gebäudekomplex als lebenswerten, vielfältigen und lebendigen Ort.

Die Filmemacher Constantin Alexander, selbst ein Bewohner des Ihme-Zentrums, und Hendrik Millauer haben es sich zur Aufgabe gemacht, diesen ergebnisoffenen Transformationsprozess zu begleiten: Jenseits aller Rückschläge und Vorurteile erzählt ihre Dokumentation eine Geschichte von Möglichkeiten, Träumen und Potenzialen, die Hoffnung macht.

Das Ihme-Zentrum – Traum, Ruine, Zukunft: Der neue Filmtrailer from Ihmezentrum on Vimeo.

Im Anschluss an die Vorstellung Gespräch mit den Filmemachern und Ihme-Zentrum-Aktivisten Constantin Alexander und Hendrik Millauer. Moderation: Andre Krammer, dérive.

Eintritt: 2 Euro

Kunsthalle Wien, Museumsplatz 1 | 1070 Wien
Erreichbarkeit: U2, U3, Straßenbahn 49 Volkstheater; U2 Museumsquartier

Constantin Alexander
ist Musiker und Unternehmensberater für Nachhaltigkeit und Kommunikation. Im Rahmen eines Experiments ist er 2014 ins Ihme-Zentrum gezogen. Seitdem untersucht er das Potenzial des Quartiers und die Möglichkeiten für eine nachhaltige und kreative Transformation.

Hendrik Millauer
ist Medienwissenschaftler und Filmemacher und arbeitet u.a. für den Norddeutschen Rundfunk.

Eine Veranstaltung von urbanize! in Kooperation mit der Kunsthalle Wien.


KATEGORIEN: Wien, Film, Film-Kunst-Musik

TAGS: Brutalismus, Leerstand, Wohnen, Hannover, Stadtentwicklung, Transformation, Aktivismus

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